Kakao – die Speise der Götter


Die Verwendung von Kakao begann in der Olmeken-Zivilisation vor über 3.500 Jahren. Das Wissen wurde daraufhin an die Maya und Azteken weitergereicht, die diese mächtige Pflanze in einem nährstoffhaltigen Getränk verarbeiteten. Viele historische Texte preisen die aufbauende Wirkung des Getränks in Bezug auf Muskelkraft sowie die Energie spendenden Eigenschaften an.

Die damaligen Zubereitungsformen der Schokolade haben mit unserer heutigen Trinkschokolade nicht viel zu tun. Die Azteken mischten die gemahlenen und gerösteten Kakaobohnen mit Wasser, rührten das Ganze schaumig und würzten es mit Vanille und Pfeffer. Nicht zu unrecht nannten sie dieses Getränk „Xocoatl“, was so viel bedeutet wie „bitteres Wasser“. Allerdings war dieses bitter-saure Getränk nur Priestern, Adeligen und Kriegern vorbehalten, schließlich sollen die Bohnen einer Sage nach vom gefiederten Gott des Windes selbst gebracht worden sein.

Um die große Bedeutung des Kakaos und seine hohe Stellung deutlich zu machen, muss man sich vor Augen halten, dass Kakaobohnen bei den Maya und Azteken auch als Zahlungsmittel verwendet wurden, wovon viele Hieroglyphentafeln Zeugnis geben.

 

 

 

Kakao kommt nach Europa:


Die Geschichte des Kakao setzt sich mit Columbus fort. Seine Entdeckung Amerikas brachte den Kakao nach Europa. Nachdem Hernán Cortés 1521 die Azteken besiegt hatte, übernahmen die Spanier die Kakaobohnen als Zahlungsmittel, mit denen die Einheimischen auch einen Teil ihrer Steuern entrichteten. Erst Gewürze und vor allem Rohrzucker machten das bittere Getränk für die Spanier genießbar. Ob es nun Cortés selbst oder missionierende Mönche waren, die das exotische Getränk an den spanischen Hof brachten, ist in der Geschichte nicht genau überliefert. Wegen seiner anregenden und sättigenden Wirkung löste es allerdings zwischen katholischen Gelehrten einen religiösen Disput aus. Die Diskussion, ob Kakao als süße Speise dem Fasten entgegenstehe oder als Getränk anzusehen und damit beim Fasten erlaubt sei, dauerte mehr als 200 Jahre. Letztendlich wurde sie zugunsten des Kakaos entschieden. Der konnte nun zu jeder Zeit getrunken werden und avancierte im 17. Jahrhundert sogar zum spanischen Nationalgetränk.
 

 

Aus Kakao wird Schokolade:


Verbindungen zwischen den Adelshäusern und vor allem zwischen den Klöstern sorgten für eine rasche Verbreitung des Kakaos in Europa. Die Adeligen in Italien experimentierten mit intensiven Duftstoffen wie Jasmin, Limonen- und Zitronenschalen und Vanille. Wie die Geschichte so spielt, blieb der Kakao weiterhin ein Getränk der Elite. Das änderte sich erst als er um 1650 seinen Weg nach England fand. Weil es anders als in Frankreich kein Handelsmonopol für die teuren Bohnen gab, machten viele kleine Händler den Kakao auch für kaufkräftige Bürger anderer Schichten zugänglich. Kaffeehäuser entstanden und Kakaorezepte wurden vereinfacht, da der Rohstoff auch ohne aufwändige Zubereitung und kostbare Gewürze teuer genug war. Der Kakao wurde auch als Kräftigungsmittel in Apotheken verkauft.

 

Erst die industrielle Revolution und die Erfindung Coenraad Van Houtens machten die Trinkschokolade zum erschwinglichen Massenprodukt. 1828 entwickelte der Niederländer eine hydraulische Presse, die Kakaomasse in Kakaobutter und Kakaopulver trennte. Letzteres ersetzte den bisher üblichen Trinkkakao, da es sich besser in Wasser und Milch auflösen ließ. 1847 vermischte die britische Schokoladenmanufaktur „Fry & Sons“ (heute zu Cadbury) van Houtens Kakaopulver und Zucker mit geschmolzener Kakaobutter statt mit warmem Wasser und goss den zähen Teig in eine Form zur ersten Tafelschokolade.
 

Nachdem die ersten festen Schokoladen verfügbarer wurden, wurden immer häufiger unerwünschte Zutaten, wie zum Beispiel raffinierter Zucker, Wachs, zusätzliches Fett und andere Füllstoffe, hinzugefügt. Des Weiteren verwendeten die Hersteller immer häufiger Verarbeitungsmethoden, die den Antioxidansgehalt der Schokoladenprodukte neutralisierten. Heute gilt Schokolade überwiegend leider nur als reine Süßigkeit, erlebt momentan allerdings zurecht seine wohlverdiente Renaissance als gesundes Lebensmittel.

 

Naturbelassener Kakao hält vier große Menschheitsgeißeln in Schach: Er kann womöglich das Risiko für Diabetes, Krebs, Schlaganfall und Herzinfarkt um 90 Prozent senken.